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2. Februar 2021

Saarbrücker Stadtratsfraktion: Firma Woll – Behörden sollten in der Krise „gewogene Haltung" einnehmen

Zur Erweiterung ihres Firmengeländes hat die Firma Woll damit begonnen, den Baumbestand im Erweiterungsbereich gemäß vorliegender Genehmigung zu roden; allerdings hat sie dabei die Auflage verletzt, dass dies ausschließlich zwischen November und Januar zu geschehen habe. Einsichtigerweise hat die Firma Woll die Rodungsarbeiten aufgrund der Beschwerde sofort eingestellt. Nun wird auf eine Entscheidung des Landesamtes für Umweltschutz gewartet, ob die Erweiterungsarbeiten fortgesetzt werden können. Der Vorsitzende der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat, Michael Bleines, äußert sich dazu:

„Vorab – hier ist seitens der Behörden alles mit rechten Dingen zugegangen und die Einstellung der Arbeiten erfolgte zu Recht. Wir sind als Linksfraktion aber der Meinung, dass die Landeshauptstadt sowie das Landesumweltamt hier eine gewogene Haltung gegenüber der Firma Woll einnehmen sollte. Wie andere Betriebe, ist auch dieser von den Einschränkungen und Behinderungen durch die Corona-Pandemie betroffen. Zudem waren die winterlichen Witterungsverhältnisse ein Hindernis für eine zügige Durchführung der Rodungsarbeiten im zugelassenen Zeitraum. Wir sind uns natürlich auch darüber im Klaren, dass dieses Zeitfenster zwischen November und Januar dem Naturschutz dient und deshalb auch angemessen war.

Nun geht es aber darum, das gesamte Verfahren nicht um ein volles Jahr zu verzögern, sondern der Firma Woll zu ermöglichen, die genehmigte Erweiterung in angemessener Zeit zu bewerkstelligen. Wir könnten uns daher vorstellen, dass die Rodungsarbeiten unter befristeter Verlängerung des Zeitrahmens und unter der Kontrolle des Landesumweltamtes abgeschlossen werden könnten und hoffen auf eine entsprechende Entscheidung.

Es ist kein Geheimnis, dass die Genehmigung für die Betriebserweiterung eine in der Öffentlichkeit und im Stadtrat umstrittene Entscheidung war. Nachdem aber letztlich die Genehmigung erteilt wurde, sollte unter allen Umständen der Eindruck vermieden werden, als wolle man der Firma Woll nachträglich noch Knüppel in die Beine werfen. Wir vertrauen hier auf eine weise Entscheidung seitens des Landesumweltamtes und appellieren an die Vernunft der Beteiligten."