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26. Juli 2020

DIE LINKE besuchte Gemeinwesenarbeit Burbach - Armut, Sozialberatung und Corona im Mittelpunkt

„Wenn man eine Konsequenz aus dem Besuch der Gemeinwesenarbeit Burbach ziehen muss, dann das wir uns auch in Zukunft vehement für die Ausweitung der Sozialberatung einsetzen müssen,“ so der Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Regionalverband, Jürgen Trenz.

Burbach sei ein Stadtteil der mit knapp 40% Hartz-IV-Bezug und mit über 50% von Kindern in großer Armut an der Spitze der Stadtteile mit erhöhtem Handlungsbedarf liege. „Es wäre sehr zu begrüßen wenn alle Fraktionen die Notwendigkeit zusätzlichen Personals erkennen würden.“ Deshalb werde man zu den anstehenden Haushaltsberatungen im Regionalverband für die GWA-Burbach zwei weitere Vollzeitstellen für die Sozialberatung beantragen.

Was das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich gemacht hat ist, dass die Möglichkeiten einer umfassenden Sozialberatung vor Ort begrenzt sind. Der Bedarf sei offensichtlich erheblich größer. Das zeige sich u.a. auch daran, dass die Wartezeit für die Beratung von Schuldnerinnen und Schuldnern derzeit 5 Monate betrage.

Früher, so Die Mitarbeiter*innen der GWA, habe man über ein EU-finanziertes Projekt 1,5 Stellen mehr zur Verfügung gehabt. Dazu kam noch die Arbeitslosenberatung der gabb-Burbach, die nach der Insolvenz der gabb ersatzlos entfallen sei. Diese personellen Kapazitäten fehlten in Burbach hinten und vorne.

Umfassende Sozialberatung sei, so DIE LINKE, eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass von Armut Betroffene ihre Möglichkeiten und Rechte kennen und in Anspruch nehmen könnten. Dies sei gerade auch für Kinder und ihre Eltern, für Menschen mit unzureichenden Deutsch-Kenntnissen, für Menschen mit Leseschwächen oder Menschen die schon lange aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind von erheblicher Bedeutung. Alleine die sich ständig ändernde Rechtslage erzeuge erhöhten Beratungsbedarf. Dazu komme Bedarf an Formularhilfen bei Anträgen; einer Arbeit die vom Jobcenter geleistet werden müsste, dort aber vielfach nicht ausreichend geleistet werde.

Gerade jetzt wo die Probleme der Kinderarmut verstärkt im Focus stünden, müsse gehandelt werden. Dazu gehöre mehr als Beratung aber ohne ausreichende Beratungskapazität seien die Probleme weder umfassend erkennbar noch in dem notwendigen Maße anzugehen.

Deutlich wurde bei dem Gespräch, dass die Corona-Krise die Armut vor Ort verstärkt habe. Die zeitweise Schließung der Tafel und massive Preiserhöhungen bei Lebensmitteln sowie der Ausfall von Schulessen usw. hätten sich deutlich ausgewirkt. Zudem hätten viele Menschen insbesondere kleinere Jobs verloren.

DIE LINKE. Fraktion habe in dem Gespräch angeboten sich weiterhin nach Kräften für die GWA-Burbach und den Stadtteil einzusetzen. Man stehe jederzeit für Fragen und Anliegen zur Verfügung. Armutsbekämpfung sei für DIE LINKE ein zentrales Anliegen!