Gewalt gegen Frauen hat weltweit viele Gesichter: sie äußert sich in Zwangsverheiratung, Beschneidung junger Menschen, in Frauenhandel und Zwangsprostitution. Systematische Gewaltverbrechen gegen Frauen finden sich in bewaffneten Konflikten wieder, psychische und physische Gewalt im häuslichen Umfeld. Die Vereinten Nationen schätzen, dass zwischen 20 und 50 Prozent aller Frauen Gewalt im familiären Umfeld erleben. Die Zahlen der Gewaltverbrechen an Frauen sind auch in Deutschland erschreckend: 40 Prozent der hier lebenden Frauen erfahren in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt, 400.000 Frauen flüchten jährlich in ein Frauenhaus und jeden Tag wird eine Frau von ihrem früheren oder jetzigen Partner getötet. Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird noch zu oft verschwiegen, vertuscht oder bagatellisiert wird. Es gilt deshalb laut zu sagen: Gewalt gegen Frauen muss gesellschaftlich geächtet werden. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein grundlegendes Menschenrecht. DIE LINKE Bundesverband beteiligt sich deshalb aktiv am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Forderungen Wir fordern die Frauenbeauftragte des Stadtverbandes auf, in Veranstaltungen und Aktionen Gewalt an Frauen stärker in der Öffentlichkeit zu thematisieren und sich zukünftig auch an der Fahnenaktion der Menschenrechtsorganisation terre des femmes als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Wir setzen uns im Kampf gegen häusliche Gewalt dafür ein, Frauenhäuser als kommunale Pflichtaufgabe zu führen, Notrufe und Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen finanziell abzusichern und strukturell auszubauen, das Gewaltschutzgesetz weiter zu entwickeln und Zukunftschancen für Frauen zu schaffen, die von Gewalt betroffen sind, sei es in Fragen der Ausbildung, der sozialen Absicherung oder der Vermittlung am Arbeitsmarkt. Entstehung Im Jahr 1999 rief die UNO den 25. November als internationalen Gedenk- und Aktionstag "NEIN zur Gewalt an Frauen" aus. Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung von drei Schwestern, die am 25.11.1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Die Schwestern waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Rafael Trujillo beteiligt. Seit 2001 ist dieser Gedenktag durch auch in Deutschland bekannter geworden, was ein Verdienst der Menschenrechtsorganisation terre des femmes ("Erde der Frauen") ist. Verfasst von Dagmar Trenz, stellv. Kreisvorsitzende